Suzhou – Mit dem Fahrrad ins Venedig von Shanghai

Das verlängerte Wochenende um den ersten Mai nutzen wir für eine kleine Fahrradtour in die nahe-gelegene Stadt Suzhou. Die Stadt mit der schönen Altstadt und den vielen kleinen Kanälen wird von einigen als kleines Venedig von China bezeichnet.


Tag 1

Voller Vorfreude begannen wir unsere Taschen zu packen und die Fahrräder für die lange Tour startklar zu machen. Um Gewicht zu sparen und schnell voran zu kommen, beschränkte sich das Gepäck sich für alle auf ein Minimum. Adrian nahm sich diese Vorgabe so sehr zu Herzen, dass er am Tag der Abreise nur eine winzige Rahmentasche vorweisen konnte und sein Gepäck gut gelaunt auf unsere Taschen verteilte.

Nachdem das Gepäck verstaut war, wir unsere Fahrräder kontrolliert und für die lange Strecke vorbereitet hatten, ging es endlich am Studentenwohnheim los. Leider war durch den Verkehr Shanghais und unzähligen Ampeln an ein schnelles Vorankommen zunächst nicht zu denken. Als wir es nach einigen Stunden Stop-and-Go aus dem Stadtzentrum heraus schafften, kamen wir besser voran.

Wir fuhren durch Industriegebiete, eine kleines Altstadt, vorbei an viele Plattenbauten, aber auch durch Reisfelder und kleine Dörfer. Wir machten sogar einen kurzen Zwischenstopp am Jiading Campus der Tongji Universität, welcher, wie uns dort erst richtig bewusst wurde, wirklich weit ab vom Schuss liegt.

In Suzhou angekommen, war es bereits dunkel und die Straßen waren leer. So konnten wir auf der Zielgeraden nochmal richtig Fahrt aufnehmen und neue Höchstgeschwindigkeitsrekorde aufstellen. Nach insgesamt 120 km erreichten wir unser Hotel in dem Adrian die Rolle des Rezeptionisten übernahm und uns eincheckte. Der eigentlich dafür zuständige Mann an der Rezeption war als Aushilfe für den Urlaub seiner Freunde eingesprungen und wusste selbst nicht, wie das System funktionierte.


Tag 2

Am zweiten Tag war der Tai Hu unser Ziel. Der drittgrößte See in China liegt direkt an der Stadt und wir setzten uns das Ziel eine der Halbinseln des Sees zu befahren. Eine goldrichtige Entscheidung, wie sich später zeigen sollte. Nicht nur waren die Fahrradwege auf der Insel perfekt, die Insel bot zudem eine abwechslungsreiche Strecke durch Obstplantagen, Dörfer und entlang der Küste des riesigen Sees. Sogar ein buddhistisches Kloster hatte die Insel zu bieten. Die dortige Buddha Statue erinnert entfernt an einen nahen Verwandten 😉

Trotz des teilweise starken Gegenwinds auf der Halbinsel standen auch an Tag 2 wieder über 100 km auf dem Fahrradcomputer.


Tag 3

Den letzten Tag unseres Ausflugs nutzen wir, um die Stadt selbst etwas zu erkunden und unsere Beine zu schonen. Leider war die von Kanälen durchzogene Altstadt aufgrund der feiertags-typischen Menschenmengen sehr voll. Dennoch ist Suzhou eine wirklich schöne Stadt, in der sich Moderne und Historie gegenüberstehen.

Beim Besuchen der Altstadt ließen wir unsere Fahrräder neben einem Bao An, einer Art Security, stehen. Ob er den Diebstahl unsere Fahrräder mitbekommen hätte, ist allerdings fraglich.

Zurück ging es dann in einem eigentlich für Umzüge buchbaren Transporter. Der alte Van wohl eher weniger für den Transport von Menschen konzipiert, sodass die Fahrräder im Kofferraum letztendlich besser angeschnallt waren, als die Beifahrer auf der Rückbank.


Weitere Eindrücke