CampusLeben – Sowas wie Alltag

Zimmer? in berlin 500€ kalt

Unser Zimmer ist alles andere als perfekt: ein Doppelstockbett, kaum Platz zum Atmen, und die Möbel wirken, als hätten sie schon mehrere Generationen überlebt. Aber mit ein paar Pflanzen, Lampen und improvisierten Ablagen wird es langsam gemütlich. Der Start war holprig – direkt am ersten Tag ein Wasserschaden, der Dank des hilfsbereiten Hausmeisters schnell behoben wurde. Doch für das alles entschädigt der freie Blick auf die Skyline, besonders nachts, wenn die Stadt in Licht getaucht ist und man kurz vergisst, wie eng es hier eigentlich ist.

Die „Küche“ besteht offiziell aus einer Mikrowelle und einer einzelnen Herdplatte, was kreative Kochkünste erfordert. Einen Kühlschrank gibt es eigentlich nicht – zumindest nicht offiziell. Wir haben uns heimlich kurzerhand einen kleinen Kühlschrank für das Zimmer besorgt, weil man ohne kalte Getränke und frische Lebensmittel einfach nicht überlebt. Wenn mal in der Küche gekocht wird stehen einem auch gleich eine Hand voll kleiner „Küchenhelfer“ zur Seite…


Der Campus

Der Campus ist ein kleiner Kosmos für sich – voller Leben, Stimmen, Bewegung. Zwischen den Vorlesungssälen und Sportplätzen finden sich aber auch überraschend ruhige Ecken: grüne Wiesen, versteckte Bänke, Orte zum Durchatmen. Wer Hunger hat, wird nicht enttäuscht – Kantinen, Cafés und sogar ein Supermarkt sorgen für Grundversorgung, und wer mutig ist, kann sich beim Campus-Friseur einen neuen Look verpassen. Aber das Eigentliche Zentrum des Campus? Ganz klar die Poststelle. Dort versammeln sich täglich hunderte Studierende, um ihre Schätze aus den Tiefen der Online-Shops abzuholen – von Elektroartikeln über Schuhe bis hin zu Matratzen und Kühlschränken ist alles dabei.

Und weil der Campus nicht gerade klein ist, wird jeder Weg zur Poststelle zur kleinen Wanderung: von der Mensa zur Vorlesung, zurück ins Wohnheim, dann ins Café und weiter zum Supermarkt, um Getränke zu holen. Wer das alles an einem Tag erledigt, hat sich seine 20.000 Schritte redlich verdient – ganz ohne Fitnessstudio, aber mit vollem Rucksack und gelegentlichem Orientierungssinnverlust. Immerhin lernt man dabei, wo die besten Abkürzungen liegen und welche Treppen man besser meidet, wenn man gerade drei Pakete balanciert.


Viele neue Gesichter

Was den Campus wirklich ausmacht, sind die Menschen. Herzlich, offen, hilfsbereit – egal ob man sich verlaufen hat, nach dem besten Essen in der Mensa fragt oder diskrete Tipps braucht, wie man einen Kühlschrank unauffällig an der Wohnheim-Rezeption vorbeischleust. In der kurzen Zeit, die ich hier bin, habe ich schon viele nette Studierende kennengelernt, die einem das Gefühl geben, nicht nur irgendwo zu wohnen, sondern wirklich angekommen zu sein. Zwischen Vorlesungen, Warteschlangen und nächtlichen Küchengesprächen entstehen Begegnungen, die den Alltag leichter und das Wohnheim ein Stück mehr Zuhause machen.

Mein Mitbewohner Timo und ich in der Mensa mit unseren „Studdy Buddies“ des Chinesisch-Deutschen-Hochschulkollegs
Unser Nachbar Adrian mit Zack spät abends auf dem Weg nach Hause aus der Commune-Bar
Nach einem spätabendlichen Fußballspiel bei über 30°C